Montag, 18. Januar 2010

Chinese Drill Instruction

Liebe Freunde,

Eigentlich ist es ein wahres Wunder dass ich heute noch eine Tastatur bedienen kann denn nach meinem ersten Tag auf der Arbeit in China glaube ich, mir fallen die Arme ab – und wenn die nicht abfallen dann die Beine. Wir wollen mal nicht von meinem Body Balancing gestählten Bauch sprechen den ich ab heute einfach besitzen MUSS.
Nachdem ich kein gern gesehener Gast in Aerobic oder Tanzklassen bin, weil ich absolut kein Gefühl und keinen Verstand für Choreographien bin habe ich mich kurzerhand entschlossen eine Einheit „Body Balance“ im Hotel-Fitnessstudio zu besuchen. Da ich ja im deutschesten Hotel von Peking bin dachte ich, ich werde wohl nicht die Einzige sein die so etwas macht - aber siehe da - ich habe mich zwischen 10 jungen chinesischen Mädels wieder gefunden die alles andere als fettleibig waren.
So schlimm, dachte ich mir, wird es nicht sein als wir die ersten Tai Chi, oder etwas in der Art, Übungen gemacht haben die alle, außer mal wieder mir, wohl aus dem „ff“ beherrscht haben. Nach ca. 15 Minuten habe ich mich dann aber gefragt, ob man in Europa nicht auch Circusartistik ab dem Kindergarten einführen sollte um auch noch Anfang 20 (OK, Mitte - euch sag ich’s) seinen Körper bis zur Unkenntlichkeit biegen kann - eben so, dass man glaubt, man sei aus Wax, und sonst nichts.
Während wohl bei uns daheim spätestens bei der ersten „very easy“ Bauchmuskelübung alle gestöhnt hätten und der Trainer/ die Trainerin Erbarmen gezeigt hätte so kann man sich das in China gleich mal abschminken. Dort wird weder herumgestöhnt noch laut geatmet, und wer schwitzt, hat verloren (das tut man nämlich hier nicht).
So, aber würde ich hier wohnen, würde ich wohl jeden Tag probieren das Programm mitzumachen, denn am Ende brauchst du keinen Sport mehr - es reicht wenn du es schaffst deinen geschundenen Körper ins Hotelzimmer zu schleppen um dann auf allen Vieren vielleicht noch die Dusche zu benutzen und dann, wenn das erledigt ist kannst du versuchen auf deinem, anscheinend auf einem Hochhaus gebauten Bett, Schlaf zu finden - geschüttelt und angetrieben von Muskelschmerzen und Bandscheibenparanoia ;-)
Natürlich, hart wie ich bin, hab ich noch die Sauna besucht (Entspannung muss sein) wo ich darauf hingewiesen wurde dass hier „no naked“ ist - aber keine Sorge - „Kein Schweiß aufs Holz“ ist hier ein Fremdwort.
Alles in allem, ein wunderschöner Abend nach einem ereignisreichen Wochenanfang - wie immer in China bin ich heute schon gespannt was morgen alles passiert.

Auf aufregende neue Geschichten – die sich trotz nur einwöchigem Aufenthalt bestimmt summieren werden.

Rock on
Sophie

Keine Kommentare: