Montag, 18. Januar 2010

Chinese Drill Instruction

Liebe Freunde,

Eigentlich ist es ein wahres Wunder dass ich heute noch eine Tastatur bedienen kann denn nach meinem ersten Tag auf der Arbeit in China glaube ich, mir fallen die Arme ab – und wenn die nicht abfallen dann die Beine. Wir wollen mal nicht von meinem Body Balancing gestählten Bauch sprechen den ich ab heute einfach besitzen MUSS.
Nachdem ich kein gern gesehener Gast in Aerobic oder Tanzklassen bin, weil ich absolut kein Gefühl und keinen Verstand für Choreographien bin habe ich mich kurzerhand entschlossen eine Einheit „Body Balance“ im Hotel-Fitnessstudio zu besuchen. Da ich ja im deutschesten Hotel von Peking bin dachte ich, ich werde wohl nicht die Einzige sein die so etwas macht - aber siehe da - ich habe mich zwischen 10 jungen chinesischen Mädels wieder gefunden die alles andere als fettleibig waren.
So schlimm, dachte ich mir, wird es nicht sein als wir die ersten Tai Chi, oder etwas in der Art, Übungen gemacht haben die alle, außer mal wieder mir, wohl aus dem „ff“ beherrscht haben. Nach ca. 15 Minuten habe ich mich dann aber gefragt, ob man in Europa nicht auch Circusartistik ab dem Kindergarten einführen sollte um auch noch Anfang 20 (OK, Mitte - euch sag ich’s) seinen Körper bis zur Unkenntlichkeit biegen kann - eben so, dass man glaubt, man sei aus Wax, und sonst nichts.
Während wohl bei uns daheim spätestens bei der ersten „very easy“ Bauchmuskelübung alle gestöhnt hätten und der Trainer/ die Trainerin Erbarmen gezeigt hätte so kann man sich das in China gleich mal abschminken. Dort wird weder herumgestöhnt noch laut geatmet, und wer schwitzt, hat verloren (das tut man nämlich hier nicht).
So, aber würde ich hier wohnen, würde ich wohl jeden Tag probieren das Programm mitzumachen, denn am Ende brauchst du keinen Sport mehr - es reicht wenn du es schaffst deinen geschundenen Körper ins Hotelzimmer zu schleppen um dann auf allen Vieren vielleicht noch die Dusche zu benutzen und dann, wenn das erledigt ist kannst du versuchen auf deinem, anscheinend auf einem Hochhaus gebauten Bett, Schlaf zu finden - geschüttelt und angetrieben von Muskelschmerzen und Bandscheibenparanoia ;-)
Natürlich, hart wie ich bin, hab ich noch die Sauna besucht (Entspannung muss sein) wo ich darauf hingewiesen wurde dass hier „no naked“ ist - aber keine Sorge - „Kein Schweiß aufs Holz“ ist hier ein Fremdwort.
Alles in allem, ein wunderschöner Abend nach einem ereignisreichen Wochenanfang - wie immer in China bin ich heute schon gespannt was morgen alles passiert.

Auf aufregende neue Geschichten – die sich trotz nur einwöchigem Aufenthalt bestimmt summieren werden.

Rock on
Sophie

Montag, 6. Juli 2009

Vom atemberaubenden Hong Kong & Schweinegrippen-Odyseen

Hallo meine Lieben,

heute ist wieder Montag und ich bin zurück von einem wunderschönen Wochenende in Hong Kong. Die Stadt ist sehr sympathisch, perfekt organisiert und vor allem hat man neben der Großstadt auch noch Strand und Berge. Die vielen Expats verstehe ich die sich dort niederlassen und nicht mehr nach Hause zurück wollen.
Manuel, ein alter Bekannter aus Österreich wohnt auch schon seit langem dort und war so nett mir die schönsten Seiten von Hong Kong zu zeigen (Also hier nochmal:DANKE).Zuerst aber einmal habe ich eine Bootsfahrt mit der Star Ferry nach Kowloon gemacht, den Walk of Stars beschritten, bei Starbucks meinen 100. Kaffee eingeworfen. Dann wieder zurück nach HK Island: Dort weiter nach Causeway Bay & Wanchai zum schauppen (= neues Wort für schauen & shoppen aber dabei nichts kaufen, gut oder!?).
Am Abend sind wir zuerst auf das Rooftop vom Lan Kwai Fong Hotel mit einem fantastischen Blick auf die Stadt, danach, in Begleitung freundlicher Schweizer Nachbarn, zum spanisch Essen. (ich kann kein chinesisches Essen mehr sehen) und weiter in die erste Bar. In der Wodkabar musste ich mir einen Pelzmantel anziehen weil die Bereich wo der Wodka verkauft wird ist eine Eishöhle - und das inmitten von Hong Kong. Natürlich noch abgestürzt im Club und am nächsten Tag weiter nach Stanley zum Mittagessen. Weiter mit Sightseeing auf „The Peak“, der Stadtberg von Hong Kong. Super Pizza eingeworfen und am Samstagabend meinem Körper nachgegeben der wohl die Strapazen des Sightseeings, Weggehens und Mangel an Nahrung (allgemein in den letzten Wochen) auch nicht mehr wegsteckt wie eine 17 Jährige.
Auf jeden Fall musste ich Sonntagabend wieder zurück nach Fuzhou (war auch OK weil zurück in mein Lieblingshotel). Im Flieger wieder Schweinegrippenalarm: Der Compadre neben mir und 2 vor mir haben gerotzt und gehustet wie nur geht, alle mit Maske auf. Ich schon die Augenbrauen hochgezogen und Warnungen per Augenkontakt ausgesprochen. Jedenfalls wurde in Fuzhou dann wieder das Flugzeug von 10 Ärzten gestürmt. 2 Reihen vor mir dann der erste Verdacht mit mehrmaligen Fiebermessen und „Opfervernahme“. Die Dame ist gerade noch rausgekommen. Dann die hustenden und rotzenden Freunde in der Nähe von mir -ich auf jeden Fall meine Hände zum Stoßgebet ausgerichtet. Aber alles OK. Jedenfalls wird man ja gefragt ob es einem eh gut geht und irgendwelche Symptome hat: Ich wollte schon den verstohlenen Hände-Wegweiser-Wink zu den Kollegen rundherum machen aber hab es mir verkniffen, da ich dann auch in die Quarantäne hätte müssen. Der Gedanken an diese kleine gemeine Geste lässt mich aber auch heute noch ziemlich lachen.
So, aber ich bin ja nicht gemein (ein bisschen vielleicht) sonder eigentlich recht nett.
Kommendes Wochenende wird erstmal entspannt und nicht viel angerissen. Mal sehen.
Ansonsten passieren gerade keine lustigen Geschichten – vielleicht bin ich es auch einfach schon gewöhnt und mich wundert nichts mehr was passiert - keine Ahnung.
Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten

Alles Liebe,
Eure Sophie

Mittwoch, 1. Juli 2009

Neues aus dem Land der Kaffeefahrt

Hallo Freunde der Berge,

es gibt viel Neues zu berichten aus dem Reich der Mitte. War am letzten Wochenende in Peking und habe mir dort wohl wahrscheinlich alles angesehen was man sich ansehen muss. Am Abend war ich so brutal fertig dass mir nicht mal mehr das China Style Bett (Holdbrett) was ausgemacht hat.
Am Freitag angekommen in Peking bin ich 5 Stunden vom Nordtor der verbotenen Stadt bis zum Tempel of Heaven gelaufen - dabei von 50 Menschen fotografiert worden (can I make picture with you?) und 10 Rikschafahreren belästigt worden. Nicht so wild.
Im Silk Market war es dann wieder da - das Codewort für "jetzt wirst du gleich übers Ohr gehauen" - My Friend (verbunden mit "Special Price for you my friend). Ich habe trotz Alarmstufe rot in meinem Kopf mir einen Rock und eine Jacke gekaut zu einem für mich immer noch sehr günstigen Preis ;-)
Dannach brauchte ich erstmal 5 Bier im Weggehviertel #1 (Hu Hai - bin zu faul um nachzusehen).
So, dann nächster Tag Aufbruch Richtung chinesische Mauer - wir waren zu 6. + eine Führerin und 2 Fahrer (überflüssig?) - zuerst mussten wir uns ansehen wie Jade hergestellt wird.
Kurze Führung - gleich weiter in den Shop. Wir dachten: OK, die braucht ja auch ihre Provision.
Dann weiter in die Mingvasen-Produktion - Kurze Führung, dann weiter in den Shop. Ich dachte mir, schlau wie ich bin, geh ich derweil mal eine rauchen. Schon war "my new friend" hinter mir und sagt ich kann nicht gehen. ich so: Wie ich kann nicht gehen. Sie so: We have to fulfill the contract, we have to stay 35 Minutes. Ich so: Ich bleibe ja, ich rauche nur dabei. Sie: No, not possible.
Ok, dachte ich mir, einmal lass ich ihr das durchgehen,
Dann sind wir endlich zu den Ming Gräbern gekommen und essennach kurzem Mittag zur chinesischen Mauer. Dort wollte sie uns nicht ewig abhängen lassen weil wir mussten uns ja noch anschaun wie Seide hergestellt wird und zr Teezeremonie.
Kurz zu chinesischen Mauer: Das ist kein Spaziergang da entlang, sondern beinharte Kletterei bei 40 Grad in der prallen Sonne auf einen Berg hinauf.
Nach einer lustigen Sommerrodelbahnabfahrt also zur Seidenherstellerei. Dort wollte man uns gleich ein paar echte Seidenbettdecken verchechen (Ich sage nur: Kaffeefahrt) - keiner war motiviert also wollte ich wieder rauchen ging. Was wohl wieder lt. Vertrag verboten war. Diesmal aber mit einen Riesentrick aus der Sache heraus gekommen: Toilette. Dann hab ich mir noch ein bißchen die Räume angesehen und 3 Minuten vor Vertragsende die Veranstaltung verlassen. War ja furchtbar.
Wenigstens weiß ich jetzt wie das alles abläuft.
Am Abend war ich noch Pekingente essen und am Sonntag nochmal Hardcore-Tourist: Summer Palace und Olympisches Areal - war sehr sehr schön.
So, und mittlerweile habe ich mich hier sehr gut eingelebt - kenne das Hotelpersonal und die mich ;-) bringt viele Vorteile.
Ich gehe jetzt erstmal japanisch Essen und schreibe euch nächste Woche wieder, nach meinem Trip to fabolous Hong Kong.

Baba
Sophie

Montag, 15. Juni 2009

Kampf um das Druckerpapier

Wieder ist eine Woche ins Land gezogen und jeden Tag denk ich mir auf neue: „Was passiert heute wohl wieder“.
In der Arbeit läuft alles OK, bzw. bin ich ganz gut eingedeckt mit Aufgaben die mich vor allem fachlich viel dazulernen lassen.
Am Wochenende haben wir ein Riesenprogramm angerissen: Freitagabend chinesischer Crawfish Broil der echt mit dem Old Bay Broil mithalten kann.
Am Samstagvormittag war ich mit 2 Kollegen auf dem Flower & Animal Market was wirklich ein abscheuliches Abenteuer war: Auf dem Viechermarkt gibt es nur Lebendtiere, vor allem Fische und Schildkröten die in Riesenmengen gehalten werden. Ich frage mich wer die aller kauft. Wenn man dann weiter nach hinten geht lässt der Geruch auf nichts Gutes wünschen: Viele Hunde in viel zu engen Käfigen die teilweise direkt auf dem Gitter stehen. Auch Katzen die halb verhungert vor sich hinvegetieren findet man, gemeinsam mit ein paar Hasen im Käfig. Furchtbar. Teilweise hatten die auch Rottweiler, Dobermänner, Mastiffs, Huskies usw. im Angebot - ausgewachsen in einem Riesenkäfig bei 35 Grad im Schatten. Das hat meiner Tierschutzader nicht gut getan und ich musste dann auch wirklich weggehen. Ich habe meine Kollegen gefragt ob sie mit bei meiner Nachtaktion machen wollen bei dem ich alle Viecher von dort befreie und ihnen die Freiheit schenke - keiner wollte dabei sein wegen der Gefahr „des plötzlichen Verschwindens von den Straße“.
Ich weiß nicht ob diese Tiere zum Essen da waren oder als Haustiere - aber viele haben noch Hundeartikel mit angeboten, also gehe ich eher von Haustier aus.
Ich habe das ganze dann noch Internet nachgeschaut was man machen kann um den Tieren zu helfen, aber die Tierschutzorganisationen sind sich dessen bewusst  Ich bin echt verzweifelt nix machen zu können – und wenn ich alle rauskaufen würde, dann würden sie binnen eines Tages wieder neue Hunde da drinnen haben.
Naja, auf jeden Fall hab ich daraufhin den Nachmittag im Shoppingcenter verbracht (klingt jetzt makaber gell, aber was soll ich machen!?), am Abend war ich mit den Kollegen beim Thailänder auf meinen ersten Hotpot - der war echt nicht so schlecht wie ursprünglich angenommen. Danach dann im angesagtesten Club von ganz Fuzhou - der war ungefähr so interessant wie wenn draußen ein Fahrrad umgefallen wäre ;-) Na so schlimm war es nicht - war schon ganz lustig wieder einmal ein paar Chinesen beim speiben zu zuschauen
Sonntag habe ich übrigens komplett im Spa verbracht bei hardcore Massage von Rücken und Fuß plus Fußpflege. Am Abend haben wir dann erstmal eine Torte verschlungen weil einer meiner Kollegen Geburtstag hatte.

So, aber nun zu meiner Überschrift:
Am Freitag habe ich einen Kampf für das Druckerpapier angefangen. Man stelle sich ein großes Stockwerk vor mit 2 Abteilungen auf jeder Seite. Die 2 Abteilungen im Westen haben kein Druckerpapier mehr - jemanden zu finden der das nachfüllt ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich daher, blauäugig, renne rüber zur anderen Abteilung, spreche mit einem auf Deutsch kurz ob das eh passt wenn ich mir ein Packerl vom Papier mitnehme und bin schon wieder am gehen. Steht eine der Damen auf und meint zu mir: No, you cant take the paper, this is mine….. „ Ich nur: Yeah right, lache, bin schon wieder am weggehen… Sie so: No, you can take some sheets but not that many. Ich so: But you know that this paper belongs to the company and not to you. Sie so; Yes, but we need to carry the paper from down there to here and we need to pay for it…. Ich so: OK, you want to tell me now that I can’t print because of whatever reason. Well, then I think I will complain about that - bin (mit Papier) wieder gegangen. Dann hab ich erstmal 50 kg Kopierpapier aus dem Erdgeschoss geholt und nach oben getragen. Die 20 Chinesen die mich dabei überholt haben haben mich dezent ignoriert. Ein Packerl davon gleich „mit warm regards“ zurück an die „Bestohlene“. Dann kam doch tatsächlich eine von der General Administration zu einem meiner Kollegen und hat nach meinem Namen gefragt und für welche Abteilung ich arbeite weil das geht nicht einfach so dass man da Druckerpapier mitnimmt. Ich so: Aha.
Also, ich habe ja auch schon was gelernt in meinem Berufsleben und hab mir ein Herz gefasst und bin da wieder hin zu der „Bestohlenen“. Ich so: OK, I am truly sorry for what has happened today in the morning but I think you take it a little bit too serious and most of all, personal. So please apologize that I didn’t know about the printer paper problem in China. Sie hat gar nicht gesagt sondern mir einfach nur “den Look” gegeben. War mir dann am Ende auch schon egal, ich habe mich ja korrekterweise entschuldigt. Ich wurde dann noch mehrmals am Tag das Leid der Leute wegen Druckerpapier näher gebracht und welche offenen Punkte es da gibt…. Alles klar….Meine Arbeitszeit die dadurch draufgegangen ist in Geldeinheiten entspricht bestimmt dem gesamten Verbrauch an Druckerpapier für ein Monat in der gesamten Firma. Ich war nur leichtgläubig zu denken dass wir Autos bauen. Lol

Naja, so, ansonsten alles klar mit der Mentalität hier - es ist schon ganz lustig sein Abendessen mit Tierlauten zu bestellen. Wenigstens die Köche an der Eierstation kennen mich bereits und machen mir das Frühstück ganz auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Gestern war auch noch die Putzfrau im Zimmer als ich vom Frühstück zurückgekommen bin. Ich dachte ich tue ihr was Gutes und hau ein bisschen chinesische Mukke ins Radio - aber nein, sie hat nicht mitgesungen (so wie ich) - sie war ganz schnell weg. Schade eigentlich.

So, nun genug von mir - freue mich auf alle Anrufe und Nachrichten

Eure
Sophie

Samstag, 6. Juni 2009

Wochenende in Crazy Town

Hallo Zusammen,
also es passieren so viele Dinge, dass ich euch stündlich etwas neues erzählen könnte. Aber alles nach der Reihe.
Also mein erstes Wochenende hier in Fuzhou hat relativ turbulent angefangen.
3 Spanier, ein Niederländer, ein Deutscher und ich sind zum Japaner essen gegangen --> all you can eat & drink um 15 €. Extrem super Sache live vor uns zubereitet. Wir haben zwar immer etwas bestellt aber irgendwie kam immer nur die Hälfte zum Tisch, außerdem ist der Koch dann irgendwann einmal gegangen und nie wieder aufgetaucht - ich glaube er hat dann einfach keine Lust mehr gehabt mit 6 Ausländern zu sprechen die absolut kein Chinesisch können außer "Kaltes Bier" bitte.
So, auf jeden Fall nehmen die Chinesen wohl all you can drink ziemlich wörtlich und deswegen haben sie gegen 22.00 einen von denen hinauf ins Klo getragen - zum übergeben. Da war er auch eine Zeit lang bis beschlossen wurde, vor der Klotür = 2 m neben unserem Tisch wäre es auch ganz OK zum ausrasten. Jedenfalls wurde der Kollege dann vor die Klotür gesetzt wo er sich erst nochmal herzhaft übergeben hat um dann anschließend vom Sessel zu fallen und ein hygenisches Bad in seinen eigenen Magensäften zu nehmen. Er wurde dann einfach mal liegen gelassen und es hat echt überhaupt keinen interessiert. Wir dachten es könnte auch eine Verschwörung sein dass wir aufhören zu essen - haben die auch geschafft. Wir sind dann runter gegangen in den ersten Stock wo sich eine wahre Kampftrinkerorgie abgespielt haben muss, denn dort ist auch nochmal einer gesessen der sich den Abend nochmal durch den Kopf gehen hat lassen.
Draußen musste ich dann erstmal kurz ein und ausatmen und wieder runterkommen.
Jedenfalls sind wir dann weiter zum nächsten Club - dort wurden wir dann gleichmal von 10 Chinesen belagert die alle im Minutentakt mit uns anstoßen wollten - die Spanier hatten natürlich nichts besseres vor als zu sagen dass ich professionelle Tänzerin bin und darauf hin haben 3 Chinesen versucht mich mit aller Kraft die sie haben auf ein Podest zu ziehen. Jeder der mich kennt weiß: wer tanzt hat bloß kein Geld zum trinken und ich habe mich mit Händen und Füßen gewehrt vor versammelter Kollegenschar die Profi-Tänzerin aus Europa zu sein.
Wow - anstrengend.
Nachdem auch in diesem Club wieder einer war der sich unter dem Tisch seines Mageninhaltes entledigte sind wir weiter in 2 weitere Clubs - die aber eher dadurch geprägt waren dass man uns über den Tisch ziehen wollte (einmal hieß es 2 € pro Bier, einmal 1,5 € usw.) wir sind dann einfach gegangen.
So, am Samstag sind wir dann auf den Berg gegangen was wirklich sehr schön war. Einmal wurde ich von einer Chinesin gepackt um mit ihr und ihrem Sohn für das Foto zu posen - war aber lustig. Die 2 Herren in meiner Begleitung hatten am Ende schon fast einen Fanclub auf dem Berg.

So, und am Abend bin ich bei einer Hochzeit eingeladen gewesen was extrem lustig war. Auf der Speisekarte Sachen wie Hahnenkamm, getrocknete Fische, Schweineohren, Pansen, Knorpel (?) - ich habe es aufgegeben gehabt zu Fragen was es ist und hab es einfach gegessen - der deutsche Kollege neben mir hat mich beraten was essbar ist und was nicht.
Jedenfalls wurde ich regelmäßig vom Hotelpersonal angesehen, verstohlen getuschelt und dann gekichert -> nein, ich hab mir nicht gedacht ich habe irgendwo einen Fleck im Gesicht oder meine Hose hat ein Loch -*lol*
Die Hochzeit war aber so verrückt, dass es schon wieder lustig war. Mit jedem am Tisch muss man auf jeden Fall ein "one-on-one" trinken - also jeder ein Glas Wein oder Bier in einem kleinen Glas und dann erstmal auf Ex - das kann schon sehr viel werden wenn man mehrere Tische kennt. Das Brautpaar macht das übrigens mit jedem im Raum. Bestimmt kein Spaß.
So, aber zusammenfassbar ist alles nicht was man hier erlebt.
Ich war eben 2 Stunden im Bookstore und habe versucht Papierwaren einzukaufen - war lustig weil wohl alle inkl. ich erleichtert waren als ich endlich wieder gegangen bin. Beim Ausgang musste ich dann noch eine Massagebrille aufsetzen (ich wurde regelrecht gezwungen) und 10 Min dort sitzen bleiben bis ich gemerkt habe dass wohl schon wieder Fotos gemacht wurden - lol
Ich warte darauf mich auf irgendeiner Werbung zu sehen.
OK, alles bestens so far.
Gehe jetzt zur Massage!
LG
Sophie
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Mittwoch, 3. Juni 2009

4 Tage Reich der Mitte

Hallo Freunde der Nacht,

also, Zeit euch einen ersten Statusbericht zu liefern nach 4 Tagen China. Also eines vorweg: Alles OK soweit - wohnen tu ich nicht gerade an der schlechtesten Adresse und für mein Leib und Wohl ist gesorgt (obwohl ich sicher schon 1 Kilo abgenommen habe wg. nicht vorhandener Essensüberwindung ;-))

Meine Aufgabe im Werk ist extrem spannend und es ist schön wenn man hier noch "was weiter bekommt" - mal sehen wie das weiter geht.
So, mein typischer Tagesablauf eigentlich wie folgt:
In der Früh haue ich mir immer ein extremes monster-Continental Breakfast hinein damit ich nicht an Hunger leide - leider gibt es hier kein "Usual with ham" wie in den USA :-( Aber der Koch im Shangri La wird es lernen ;-)

Um 07.30 werden alle im Hotel wohnenden mit dem Bus abgeholt und wir machen einen kleinen aber aufregenden 45 min Ride (Schanzen auf der Strasse, Leute auf der Autobahn, waghalsige Überholungen von verschiedenen Gefährten) ins Werk.
Dann wird erstmal gearbeitet und gegen Mittag dann ein Riesenessen um umgerechnet 30 Cent in der chinesischen Ecke (wenn schon denn schon - das ist OK).
Um 18.00 geht der Bus wieder zurück - dann erstmal zum Sport ins wirklich top ausgestattete Fitnessstudio (gestern war ich aber schwimmen und erstmal war auch alles OK - dann waren auf einmal 5 Herren im Schwimmbad die gleichzeitig nach jeweils 2 Bahnen entweder gespuckt oder einen Bauernschneuzer gemacht haben => ich habe entschieden mein Schwimmtraining nach 30 min zu beenden- ob die wohl auch gegangen wären hätte ich zum spucken angefangen!?).
Nachher dann telefonieren, in der Bar treffen, einkaufen gehen, Stadt erkunden usw - was auch immer. Viel Zeit bleibt nicht am Abend um großartig irgend etwas zu unternehmen - aber das Wochenende sieht da schon wieder sehr vielversprechend aus: Gehen am Samstag in the morning auf den Drum Mountain und am Abend bin ich zu einer Hochzeit eingeladen. Am Sonntag Massage und eventuell Shopping (? Money ?)
Ansonsten trifft man hier wieder die üblichen Verdächtigen des Daimler Jetsets wieder - wirklich lustig wie klein die Welt ist.

Achja: Wenn wer Hunger hat: Hier gibt es im Supermarkt (auch Walmart verfügbar) einen Frisch-Fisch Markt an dem man sich seinen Lebend-Fisch aus einem Becken aussuchen kann und der wird dann live getötet. Bäh ;-)

Allrighinger - würde mich freuen bald von euch zu hören!
Niemals vergessen 4 Bier sind kein Essen *lol*

LG
Sophie

Montag, 6. April 2009

Give me my Beach-ini

Hallo Zusammen,

turbulente Wochen liegen hinter mir aber so langsam neigt sich hier auch meine Zeit dem Ende zu.
Einige die meinen Aufenthalt hier so schön gemacht haben bauen die Zelte ab (oder hauen einfach so ab, gibts auch) - das Gute dabei ist halt, dass man sich in Stuttgart oder Sindelfingen gleich wieder über den Weg laufen kann.
Die letzten Wochen habe ich mir es gut wie möglich gehen lassen - wer aufmerksam die Zeitung liest sollte wissen was mittlerweile los ist und da sollte man die wertvollen Stunden der Ruhe (vor dem Sturm) noch auskosten. Meine Meinung....
Daher haben wir am letzten Wochenende einen Roadtrip nach Pensacola unternommen - 8 Leute, Zimmer mit Ausblick auf die Golfküste, Strand, Sonne, Outletcenter - feinstens eben... Wir haben 2 Abende in der gleichen Bar verbracht in der man während dem essen Beachvolleyball zuschaun kann (Herren-beachen, I am sorry), dabei einen Diesel Fuel trinkt (Long Island auf noch brutaler) und im Anschluss Wet T-Shirt Contests ausgetragen werden (geht gar nicht in den USA, das aller allerärgste). So, irgendwann ist dann der Strom ausgefallen und dann musste der Balkon herhalten für die Chillout Session.
Ein ähnliches Spektakel haben wir in Panama City Beach gehabt (ohne Wet T-Shirt und Stromausfall) dafür aber für mit vielen Spring Breakern. Wer glaubt dass das schlimm ist dann kann ich Entwarnung geben: Die meisten sind eh zu jung um zu trinken und die paar Hanseln die am Strand rumturnen sind harmlos.

So, und letzte Woche war ich auch ausnahmsweise mal in Tuscaloosa wo ich die Ehre hatte am Sonntag mit in die Kirche zu gehen - irgendwie wusste der Pfarrer wohl wie schlimm die nächsten Tage werden und hat dort echt beeindruckend die Leute 2h bei Laune gehalten. Klatschen, Singen, Zwischenrufe, Tanzen, Weinen, lachen - das war ein echtes Event.
Ich bleib sowieso nochmal ein Wochenende da, dann mach ich das gleich nochmal - war wirklich gut.

Für alle die es auf den Fotos nicht sehen: Ich habe mich zum Friseur begeben und habe während der Gesamtprozedur fast einen Atemstillstand bekommen weil das massiv Freestyle war - aber es hat sich gelohnt und ich schaue fast so super aus wie immer ;-) Sweden Style eben.

Also, ich freu mich von euch zu hören
LG
Sophie